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Bericht von Tobi

17 Jahre, aus Österreich



Ich bin 17 Jahre alt, männlich und besuche derzeit eine höhere technische Schule für Maschinenbau im 3. Jahrgang.
In meiner Klasse bin ich so ziemlich der einzige der nichts trinkt.
Das liegt daran, dass ich im "zudröhnen" an den Wochenenden keinen Sinn sehe! Am Montag wird immer obligatorisch erzählt, wie man "dicht, klinisch tot, oder voll" war. Wer am meisten getrunken hat, oder vielleicht "gekotzt" hat, ist im allgemeinen der "männlichste". Klingen so die Aussagen von zukünftigen Ingenieuren? Naja, ich habe noch Hoffnung, dass bis zur Matura noch einige etwas an Intelligenz dazugewinnen...
Andererseits wird zum Beispiel vor dem momentan stattfindenden Tanzkurs immer getrunken. Anscheinend haben meine "doch soooo männlichen" Kollegen Hemmungen bei der Konfrontation mit dem anderen Geschlecht, sonst gäbe es ja keinen Grund sich vor dem Tanzkurs zu betrinken... Das beweist, dass sie eben doch noch nocht so erwachsen sind, wie sie meinen.
Es ist nicht immer ganz leicht, nicht zum Außenseiter zu werden, wenn man nichts trinkt, andererseits scheint es, als würde ich hinter der nach außen hin "coolen" Fassade meiner Mitschüler so etwas wie "bewundert" zu werden, ohne jetzt eitel zu wirken...
Dann sind da noch die "Mitschwimmer". Das sind jene, die glauben sie würden nur dazu gehören, wenn die sich auch betrinken, würden jedoch selbst nicht trinken. Die haben Angst, dass sie als "Weichei" gelten, wenn sie nicht so sind wie ihre "kampferprobten" Kollegen.
So haben meine Mitschüler jetzt akzeptiert, dass ich von der Betrinkerei nichts halte und mir am Wochenende lieber mal einen guten Film im Kino ansehe, als irgendwo in einer Bar oder auf einer privaten Fete zu tinken bis ich mich erbrechen muss, um als Mann anerkannt zu werden.
Das war ein kleiner Bericht aus der "Praxis" um die in ihrer Homepage beschrieben Verhaltensmuster zu bestätigen.