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Bericht einer Mutter

Irgendwann merkte ich, unser Sohn verändert sich.
Er kam unpünktlich nach Hause, er schaute mir bei Gesprächen nicht mehr in die Augen, er vernachlässigte seine Aufgaben. Er kam an den Wochenenden regelmäßig betrunken nach Hause. Es gab laufend Reibereien zwischen meinem Mann und ihm, später auch zwischen meinem Mann und mir.
Sein bester Freund kam eines Tages und erzählte uns, das er nicht mehr mit ihm weggehe, da sich unser Sohn nur noch zusaufen würde und steht's Streit anfange.
Wir wurden hellhörig, denn es war uns ja auch schon aufgefallen. Was tun? Mein Mann wollte ihn zur Rede stellen, Verbote erteilen, er war nur wütend. Doch was hätte das gebracht? Wir setzten uns zusammen und überlegten das Panik jetzt fehl am Platz sei; wir beschlossen ihn weiter zu beobachten.
Unser Sohn zog sich immer mehr zurück, bald trank er auch in der Woche und blieb aus der Schule fern. An Tagen, wo er mal in der Küche saß, sprach ich mit ihm über unsere Befürchtungen und Ängste. Er hörte zu, erwiderte aber nichts, ich merkte wir kommen nicht mehr an ihn ran.
Mein Mann und ich suchten eine Suchtberatung in unserer Stadt auf, dort lernten wir mit ihm und seiner Alkoholsucht umzugehen:
  • Ihm nichts mehr abnehmen wozu er selbst in der Lage ist.
  • Ihn die Verantwortung für sich und sein tun selbst tragen lassen.
  • Regeln in der Familie festlegen und konsequent einhalten.
  • Ihm immer wieder freundlich aber bestimmt Wege aufzeigen, Hilfe anzunehmen.
  • " Du, wir sind da, wenn Du uns brauchst."
Nach fast einem halben Jahr kam er zu uns und fragte ob er einmal mit in die Suchtberatung dürfte.
Seither geht er regelmäßig in die Gruppe. Nach einer Entgiftung und stationärer Therapie geht es unserem Sohn besser. Er ist erwachsen geworden, aber er bleibt sein Leben lang Alkoholiker.

Otti