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Bericht von FreakX



19 Jahre, betroffen, aus Kiel


Ich bin alkoholkrank, auch wenn es mir schwerfiel das einzusehen. Als ich vor einigen Jahren mit Trinken anfing war das alles noch ne Sache von Mitläufer und naja, dabeisein ist alles!
Ich habe schon viele Partys mitgemacht und viele Male konnte ich mich auch noch an das Meiste erinnern, allerdings nach einigen Jahren ging das dann los.
Ich habe es oftmals gehabt, das ich den ganzen Abend vergessen habe und die Leute mir dann später erzählt haben was ich dann noch alles getan habe. Das war mir sehr oft echt peinlich.
Das Problem bestand gar nicht darin, das ich immer mehr und immer häufiger diese Ausfälle hatte sondern ich habe immer weiter gemacht und die Anzeichen für meine Alkoholsucht nicht gemerkt.
Es wurd natürlich nicht besser mit diesen Blackouts. Ich wurde z.B. schon von der Polizei nach Hause gebracht, weil ich auf einer Mauer eingeschlafen bin, als ich auf dem nach Hauseweg war und dann fing ich an das erste Mal darüber nach zu denken.
Aber nach dem nächsten Bier auf der nächsten Party war das alles wieder vergessen und ich machte mir weiterhin keine Gedanken mehr darüber.
Naja, und dann kam es das ich auf mehreren Partys danach wieder diese Ausfälle hatte und es wurd irgendwann immer schlimmer, sodass ich dann meist erst um 16.00Uhr oder 20.00Uhr aufwachte und nicht mehr wusste wie und wann ich von der Party losgekommen war und zu Hause reingekommen bin.
Ich fühlte mich dann immer schlechter und jedesmal wurd es schlimmer. Es zeriss mich förmlich innerlich, denn auf der einen Seite wollt ich mit meinen Freunden feiern aber auf der anderen Seite wusste ich was mich dann am nächsten Tag erwartet.
Ich hatte dann zwischendurch in der Schule echte Probleme, obwohl ich meinen Abschluß schaffte. Dann kam die Arbeit/Ausbildung und alles wurde noch anstrengender. Der Stress und die Arbeitszeiten machten mich immer depressiver und mein Privatleben ging ganz schön den Bach runter, vorallem war es schlimm zu sehen, wenn wir jemanden neues in unsere Clique aufnahmen, wie diese Person auch langsam zum Trinken verführt wurde.
Mein Leben bestand nur noch aus Arbeit, Schlafen und Party.
Es war nicht mehr schön, vorallem ich versuchte durch das Trinken die Arbeit zu vergessen und dann durch die Arbeit das Wochenende zu verdrengen, wenn ich mal wieder nicht wusste was passiert war.
So schaukelte sich meine Depressivität immer weiter auf, bis ich wirklich mal zu dem Schluß gekommen bin... so kann es nicht weitergehen! Ich suchte mir halt Personen zum reden,wobei ich bei meinen meisten Kollegen auf eine Wand einredete.
Es gab dann nur eine Freundin von mir die es verstand aber ihr Leben besteht leider Hauptsächlich aus Party, das war natürlich nicht gerade das Beste für mich, auch wenn sie kein Alkohol trinkt und wenn nur wenig, aber in den meisten Lokalitäten wo ich mit ihr war, das waren auch die Orte, wo ich vorher immer mit meinen Kollegen war und dann kam natürlich wieder dieser Druck in mir, so dass ich wieder zur Flasche griff.
Naja, irgend einen Sonntag habe ich dann im Internet geguckt und bin auf diese Seite gekommen, sodass ich Leute fand, die mich verstanden und mit denen ich einfach meine Probleme bereden konnte, somit habe ich angefangen mein Leben mehr zu planen und ich bin dabei zu versuchen vorerst weniger zu trinken und dann aufzuhören, denn es ist wirklich ein beschwerlicher Weg bis zu meinen Punkt zu kommen und sich einzugestehen das man ein Problem mit Alkohol hat. Diese Seite und die Leute hier haben mir einen Anstoß gegeben aber den Weg muss ich selber gehen!